Top-back

Widerruf eines Immobiliendarlehens kann viel Geld sparen!

Oranienburg (FSR). Sicherlich kann sich nicht jeder den Traum der eigenen vier Wände ohne Finanzierung verwirklichen. Dafür bedient man sich daher in aller Regel eines Immobiliendarlehens. So mancher Darlehnsnehmer wird sich dabei allerdings heute über die hohen Zinsen der Vergangenheit ärgern, zu deren Zahlung er aufgrund der damaligen Marktlage noch immer verpflichtet ist. Allerdings muss es dabei nicht bleiben! Nachdem sich eine Vielzahl von Verbrauchern über die sehr hohen Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitiger Beendigung eines Darlehensvertrages beschwerten, kam nun zu Tage, dass die sog. Widerrufsbelehrungen der Kreditverträge häufig fehlerhaft waren. Diese Verträge können daher noch heute – ohne Einhaltung der sonst üblichen 14tägigen Widerrufsfrist –widerrufen werden mit der Folge, dass diese Verträge vollständig rückabgewickelt werden müssen. Damit sind dann weder die hohen Vorfälligkeitsentschädigungen zu zahlen, noch der seinerzeit hohe Zinssatz muss weiter geleistet werden. Denn infolge des nicht mehr vorhandenen Kreditvertrages besteht nun die Möglichkeit, einen neuen Darlehensvertrag mit den heutigen günstigen Zinsen abzuschliessen. So kommen schnell einige tausend Euro ersparter Zinsen zusammen. In diesem Sinne urteilte dann auch jüngst das OLG Brandenburg (Az.: 4 U 202/11) und kam zu dem Schluss, dass eine Widerrufsbelehrung in einem Verbraucherkreditvertrag, demnach die Frist für den Widerruf "frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" beginne, nicht geeignet sei, die zweiwöchige Widerrufsfrist des § 355 Abs. 1 S. 2 BGB a.F. in Gang zu setzen. Es begründete seine Entscheidung vor allem damit, dass der Verbraucher im Unklaren darüber gelassen wurde, unter welchen weiteren Voraussetzungen die Widerrufsfrist zu laufen beginnt. Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zu Grunde. Der Kläger begehrte von der Beklagten Rückabwicklung eines Finanzierungsgeschäfts aus dem Jahr 2004 und stützte sein Begehren auf einen verbraucherkreditrechtlichen Widerruf mit der Begründung, die in der Widerrufsbelehrung enthaltene Widerrufsfrist habe nicht zu laufen begonnen, da die Belehrung unzureichend gewesen sei. Dieser Auffassung schloss sich letztlich das Oberlandesgericht an und verurteilte die Beklagte zur Rückabwicklung des Vertrages.