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Leasing – Wird es am Ende immer teuer?

Oranienburg (FSR). Jeder möchte das neueste Auto fahren und das möglichst für wenig Geld. Die Autoindustrie möchte möglichst viele Fahrzeuge absetzen und mit den eigenen Banken noch etwas dazu verdienen. Um all diesen Wünschen gerecht zu werden, werden in den letzten Jahren auch für Privatpersonen sehr günstige Leasingverträge für Neufahrzeuge angeboten. Kleine monatliche Raten locken die Kunden. Nach einer vereinbarten Laufzeit wird das Fahrzeug zurückgegeben und es bleibt meist noch Geld in der Haushaltskasse für andere Anschaffungen übrig. Allerdings kommt am Ende der Leasingzeit oft das böse Erwachen, wenn der Leasinggeber, regelmäßig die finanzierende Bank des Autohauses, diverse Mängel am zurückgegebenen Fahrzeug findet und diese vom Kunden ersetzt haben möchte. Aber muss der Kunde sämtliche Mängel auf seine Kosten beseitigen lassen und dem Händler beinahe ein Neufahrzeug zurückgeben?

Nein! So hat es zuletzt auch das  Oberlandesgericht Frankfurt entschieden (Urteil vom 06.02.2014, 17 U 232/11). Demnach sind nur die  Schäden zu ersetzen, die über vertragstypische Gebrauchsspuren hinausgehen. Und dann ist auch nur der Betrag in Ansatz zu bringen, um den das Fahrzeug im Vergleich zum Normalzustand eines entsprechenden Gebrauchtwagens im Wert gemindert ist, also nicht der volle Reparaturaufwand. Hierbei hat der Leasinggeber darzulegen und zu beweisen, dass das Kfz einen über die normale Abnutzung hinausgehenden Schaden aufweist. Das Gericht stellte in diesem Zusammenhang klar, dass beim Vorliegen von Schäden nur der Betrag in Ansatz gebracht werden kann, um den das Fahrzeug im Wert gemindert ist. Der Ansatz der vollen Reparaturkosten ist nicht gerechtfertigt, wenn es sich lediglich um optische Schäden handelt, die die Verkehrs- und Betriebssicherheit des Fahrzeuges nicht beeinträchtigen und die im Handelsverkehr mit gebrauchten Fahrzeugen regelmäßig hingenommen werden Maßstab ist dabei der Normalzustand eines entsprechenden Gebrauchtwagens.