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Kündigung einer Kreuzfahrt – wegen Streichung des Zubringerfluges?

(FSR) Eine Schifffahrt die ist lustig, eine Schifffahrt die ist schön, wer kennt dieses Lied nicht. Doch was tun, wenn es einem bereits nicht gelingt, dass Schiff zu erreichen, da der Zubringerflug ersatzlos gestrichen wurde? So erging es dem Kläger, der für sich und seine Ehefrau eine Karibikkreuzfahrt gebucht hatte, die im Jahr 2010 in Fort Lauderdale (USA) beginnen sollte. Den Hin- und Rückflug buchte der Kläger gesondert. Aufgrund des Ausbruches des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull wurde ein Flugverbot verhängt, so dass der Kläger und seine Ehefrau die gebuchten Flüge nicht antreten konnten und das Kreuzfahrtschiff letztlich verpassten. Einen Tag vor Reiseantritt kündigte der Kläger daher die Kreuzfahrt wegen höherer Gewalt. Der Reiseveranstalter forderte 90 % des Reisepreises als Stornokosten. Hiergegen klagte er und bekam vom BGH Recht.

Der BGB (Entscheidung vom 18.12.2012 zum Aktenzeichen X ZR 2/12) führte aus, dass es sich bei dem Vertrag über die Kreuzfahrt um einen Reisevertrag gem. § 651 a BGB handele, da eine Gesamtheit von Reiseleistungen vorliege. Zu einer Kreuzfahrt gehöre unter anderem die Beförderung mit dem Kreuzfahrtschiff sowie die Verpflegung und Unterbringung usw. Der BGH ging auch davon aus, dass der Flugausfall aufgrund der Aschewolke auch zu einem Kündigungsrecht wegen höherer Gewalt führe. Unerheblich sei insoweit, dass der Kläger die Zubringerflüge gesondert gebucht habe. Zwar er trage in diesem Fall das Risiko für die Anreise allerdings falle die Beeinträchtigung einer Reise durch höhere Gewalt weder in den Risikobereich des Reisenden noch in die des Reiseveranstalters. Der Kläger hat daher Anspruch auf Erstattung des Reisepreises, da aufgrund des Eintritts der höheren Gewalt die Reise nicht mehr wie geplant habe stattfinden können, so dass ein Kündigungsrecht gegeben sei.