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Wenn die Versicherung krank macht

Oranienburg (FSR). Häufig hat der Geschädigte nach einem Unfallgeschehen nicht nur die Schäden an Auto und Gesundheit erlitten. Manches mal ist das Verhalten der Versicherungen bei der Regulierung derart anstrengend und nervenaufreibend, dass neben den Schäden die Gesundheit und das Wohlbefinden weiter leiden. In einem ganz extremen Fall, den das Oberlandesgericht Celle zu entscheiden hatte, ging der Kläger davon aus, dass er infolge der Aufregung über die Korrespondenz mit der Versicherung einen Schlaganfall erlitten habe (OLG Celle, 13.04.2011, 14 U 137/09). Sind die Kosten der Heilbehandlung des Schlaganfalls dann auch als Unfallfolge durch die Versicherung zu ersetzen?

Nein, sagt das OLG Celle unter Bezugnahme auf vergleichbare Entscheidungen des Bundesgerichtshofs. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs fehlt es an einem haftungsrechtlichen Zusammenhang, wenn ein Geschädigter sich über einen Verkehrsunfall und das anschließende Verhalten des Schädigers derart aufregt, dass es dadurch bei dem Geschädigten zu einer Gehirnblutung mit einem Schlaganfall kommt. Die auf solche Weise herbeigeführten Gesundheitsschäden vermögen auch keine Einstandspflicht des Unfallverursachers gemäß §§ 7, 18 StVG zu begründen, da es an einem Zurechnungszusammenhang mit der Betriebsgefahr des von ihm geführten Kraftfahrzeugs fehlt. Zwar bezweckten die Vorschriften des Straßenverkehrs auch und gerade den Schutz der körperlichen Integrität anderer Personen einschließlich im Anschluss an einen Verkehrsunfall etwa bei der Bergung oder bei der Unfallaufnahme erlittener Verletzungen. Es sei aber eben nicht Aufgabe der Verkehrsvorschriften, den Geschützten vor den psychischen oder physischen Belastungen eines etwa gegen ihn gerichteten Ermittlungs- oder Strafverfahrens oder der zivilrechtlichen Regulierung seines Schadens zu schützen. Die Verantwortlichkeit von Halter und Fahrer müsse auf solche Schäden beschränkt bleiben, in denen sich gerade die von dem Kraftfahrzeug als solchen ausgehenden Gefahren aktualisiert haben.

Dennoch kann einen das Verhalten der Versicherer zur Weißglut treiben. Daher sollten Sie, falls Sie an einem Verkehrsunfall beteiligt waren, die Abwicklung mit den Versicherern in Hände erfahrener Rechtsanwälte legen. Diese sind den Umgang mit Versicherern gewöhnt und können unter Berücksichtigung der Rechtsprechung und Gesetzeslage die leidige und aufwühlende Korrespondenz für Sie übernehmen, damit Ihnen Zeit und Ruhe bleibt, sich um die wichtigen Dinge zu kümmern. Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, ist die Vertretung durch den Rechtsanwalt für Sie kostenlos. Wir, die Rechtsanwälte der Kanzlei Freudenberg | Steinseifer | Rohde in Oranienburg haben langjährige Erfahrung im Verkehrsrecht und freuen uns, Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte zu unterstützen.