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Schaden über Schaden

Oranienburg (FSR). Wenn das Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall beschädigt wurde, ist dies schon ärgerlich genug. Was passiert aber, wenn das Fahrzeug bei einem weiteren Verkehrsunfall erneut beschädigt wird und der erste Schaden noch nicht fachgerecht beseitigt worden ist? Selbst wenn man voraussetzt, dass den Fahrzeugeigentümer bei beiden Unfällen keine Schuld trifft, so kann es trotzdem passieren, dass er auf einem Teil des Schadens sitzen bleibt. Das Landgericht Düsseldorf hat aktuell nochmals zur Frage der so genannten überlagerten Schäden Stellung genommen (Urteil vom 1. Oktober 2013 - 2b O 183/12 U).

Das klägerische Fahrzeug hatte bereits mehrere Unfallschäden erlitten. Nunmehr behauptete der Kläger, dass der Beklagte in dem Moment, als er dessen Fahrzeug vorbeigefahren sei, plötzlich vom Fahrbahnrand losgefahren und nach links in die Bahn des Klägers gezogen sei. Es sei ein Streifschaden über die gesamte rechte Seite des klägerischen Fahrzeuges entstanden. Sämtliche zuvor am Fahrzeug entstandenen Schäden seien vom Kläger immer ordnungsgemäß behoben worden. Die Beklagten haben dies bestritten. Sie führten u.a. an, dass der Kläger Schäden an derselben Stelle seines Fahrzeuges, die bereits vor dem Unfall vorlagen, verschwiegen bzw. nicht ordnungsgemäß angegeben habe.

Das Landgericht Düsseldorf gab den Beklagten Recht. Wenn streitig ist, ob der geltend gemachte Fahrzeugschaden durch einen Verkehrsunfall entstanden ist und wie hoch der Sachschaden zu beziffern ist, so hat das Gericht nach § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände nach freier Überzeugung zu entscheiden. Der Geschädigte ist jedoch verpflichtet, die tatsächlichen Grundlagen und geeignete Schätzungsgrundlagen beizubringen und zu beweisen. Da aber bereits die zuverlässige Ermittlung eines unfallbedingten Teilschadens aufgrund der Wahrscheinlichkeit erheblicher Vorschäden nicht möglich war, wurde die Klage abgewiesen. Der Kläger hätte die Vorschäden und deren Reparaturen in allen Einzelheiten darlegen müssen, da sich der Ersatzanspruch lediglich auf den Ersatz derjenigen Kosten erstrecken kann, die zur Wiederherstellung des fortbestehenden Zustands erforderlich sind.