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Krank mit Ansage – Kündigung!

Oranienburg (FSR). Mit den Schulferien beginnt die Urlaubszeit. Wer Kinder hat, kann seinen Urlaub regelmäßig nur während der Ferienzeiten nehmen. In vielen Unternehmen und Betrieben, die keine Betriebsferien durchführen, führt dies häufig dazu, dass nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur gewünschten Zeit ihren Urlaub nehmen können. Häufig ist die Urlaubsreise aber schon vor der Bewilligung oder eben Ablehnung des Urlaubs gebucht. Manch einer kommt dann auf die Idee, sich einfach krankschreiben zu lassen und den gebuchten Urlaub trotzdem anzutreten. Doch Vorsicht: Erhält der Arbeitgeber hiervon Kenntnis, ist er zur fristlosen Kündigung berechtigt.

Die bewusste Vortäuschung einer Arbeitsunfähigkeit wegen Erkrankung unter Vorlage eines Attests mit der weiteren Folge der Entgeltfortzahlung ist eine schwere Pflichtverletzung des Arbeitsvertrages und an sich als Grund zur außerordentlichen Kündigung geeignet (LAG Hessen - 6 Sa 1593/08; LAG Hamm LAG Report 2004, 73; LAG Bln. NZA-RR 2001, 470; LAG München - 10 Sa 1037/99. Erklärt der Arbeitnehmer, er werde krank, wenn der Arbeitgeber ihm den im bisherigen Umfang bewilligten Urlaub nicht verlängert, obwohl er im Zeitpunkt der Ankündigung nicht krank war und sich auf Grund bestimmter Beschwerden auch noch nicht krank fühlen konnte, so ist ein solches Verhalten ohne Rücksicht darauf, ob der Arbeitnehmer später tatsächlich erkrankt, an sich geeignet, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung abzugeben (Bundesarbeitsgericht - 2 AZR 123/02).

Dabei kann es ausreichend sein, dass die Drohung mit der Erkrankung nicht unmittelbar erfolgt, sondern im Zusammenhang mit dem Urlaubswunsch gestellt wird, und ein – wie es die Gerichte nennen - verständiger Dritter dies als deutlichen Hinweis werten kann, bei Nichtgewährung des Urlaubs werde eine Krankschreibung erfolgen. Gleiches gilt für die Ankündigung des Arbeitnehmers, bei Nichtgewährung von Urlaub für einen bestimmten Tag notfalls einen "gelben Schein" zu nehmen (LAG Köln, Urteil vom 12.12.2002).

Ein solches Vorgehen lohnt sich also nicht! Damit ist der schönste Urlaub zu teuer erkauft.

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