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Fotos auf der Firmen-Homepage contra Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers

Oranienburg (FSR). Das Arbeitsgericht Frankfurt hat in einem nunmehr veröffentlichten Urteil entschieden, dass Fotos von Arbeitnehmern – auch wenn diese besonders fotogen sind – nicht ohne entsprechende Zustimmung des Arbeitgebers auf der Firmenhomepage des Arbeitgebers oder aber auf Werbeplakaten veröffentlicht werden dürfen. Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, die bei einer Bank als Bankkauffrau beschäftigt war. Nachdem sie das Arbeitsverhältnis beendet hatte, begehrte sie die Löschung ihrer Fotos von der Homepage ihres ehemaligen Arbeitgebers. Die Bank hatte die Bilder ohne Einholung der Zustimmung der Arbeitnehmerin auf der unternehmenseigenen Homepage veröffentlicht.

Das Arbeitsgericht Frankfurt gab der Arbeitnehmerin in seinem Urteil vom 20. Juni 2012 zum Aktenzeichen 7 Ca 1649/12 Recht. Die Veröffentlichung ihrer Fotos auf der Homepage ihres Arbeitgebers stellt einen Verstoß gegen ihre Persönlichkeitsrechte dar. Die Bank hat gegen das Recht der Frau am eigenen Bild verstoßen. Die Bank wurde verurteilt, die Fotos von der mittlerweile ausgeschiedenen Arbeitnehmerin von der Homepage zu nehmen.

Insgesamt hatte das Unternehmen zwei Fotos der Arbeitnehmerin ohne deren Zustimmung veröffentlicht. Hierbei handelte es sich zum einen um ein Foto ihres Ausbildungsjahrganges sowie um ein Foto, dass die Arbeitnehmerin als Teilnehmerin auf einer Geschäftstagung zeigt. Die Arbeitnehmerin war in der Folgezeit zu einem Konkurrenzunternehmen gewechselt und verlangte nunmehr die Löschung der Fotos. 

Fazit: Möchte ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter als Aushängeschild nutzen, muss er zunächst deren Zustimmung einholen.