Top-back

Keine Haftung des angestellten Verkäufers für Ladendiebstähle!

Oranienburg (FSR). Die Situation ist für Verkäufer – gerade auch jetzt im Weihnachtsgeschäft – oft nicht einfach. Der Laden ist voll, die Kunden drängen sich um die Auslagen, die Verkäuferinnen und Verkäufer sind bemüht, die Kundenwünsche zu erfüllen. Am Ende des Verkaufstages dann die böse Überraschung: diverse Ware wurde nachweislich gestohlen. Der Ladeninhaber stellt die Verkäufer zur Rede und verlangt von seinen Angestellten den Ersatz für die gestohlene Ware. Nun entschied jedoch das Arbeitsgericht Oberhausen (Urteil vom 24.11.2011 zum Az.: 2 Ca 1013/11) jüngst, dass der Arbeitnehmer in dieser Situation nicht haftet. Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zu Grunde. Der angestellte Kläger war als ausgebildeter Einzelhandelskaufmann in einem Handy-Shop beschäftigt, der in einem Einkaufszentrum gelegen ist. Er begehrte nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses restliche Gehaltszahlungen von seinem Arbeitgeber. Dieser hingegen forderte seinerseits Schadenersatz für zwölf gestohlene hochwertige Mobiltelefone in Höhe von 6.040 € von dem Arbeitnehmer und erklärte die Aufrechnung mit etwaigen Gehaltsansprüchen. Die Telefone waren aus dem hinter dem Ladenlokal befindlichen Lager entwendet worden, während sich der Kläger in einem Verkaufsgespräch mit Kunden befand. Nach Auffassung des Arbeitsgerichts Oberhausen durfte der Beklagte nicht in zulässiger Weise gegen die Lohnansprüche des Klägers aufrechnen. Einen Schadenersatzanspruch hat das Arbeitsgericht verneint, weil dem Kläger allenfalls leichteste Fahrlässigkeit anzulasten sei. Im Rahmen der Grundsätze der eingeschränkten Haftung von Arbeitnehmern besteht für diesen Grad der Fahrlässigkeit keine Ersatzpflicht.