Top-back

Bruchbude statt Luxushotel: Wenn der Urlaub zum Albtraum wird

Berlin / Deutschland. Urlaubszeit gleich Reisezeit! Egal, ob der Trip in die Sonne im Reisebüro, im Katalog oder übers Internet gebucht wird: Oft wird aus der Vorfreude am Urlaubsort blankes Entsetzen. Das mondäne All-Inklusive-Hotel mit Meerblick entpuppt sich als Bruchbude; der im Katalog angepriesene Spa-Bereich, ist nicht mehr als ein verdreckter Swimmingpool und das Luxus-Hotelzimmer gleicht eher einer Abstellkammer (Schimmelbefall inklusive). „Dagegen kann und muss man sich wehren“, meint Anwalt Daniel Steinseifer von den FSR- Rechtsanwälten in Oranienburg. Wer sich beschweren will, sollte einige einfache Grundlagen bedenken. Ganz wichtig, so der Anwalt: „Man muss wissen, was ein klassischer Reisemangel ist.“ Hier gilt, was vertraglich vereinbart wurde, muss am Urlaubsort auch geboten werden. Das ergebe sich aus dem Vertrag, dem Reiseprospekt oder dem Internetangebot. „Wenn’ s Mängel gibt, sollte man dann sofort den Reiseveranstalter oder die Reiseleitung vor Ort informieren. Oft kann hier unproblematisch geholfen werden.“ Wenn das nicht hilft, müssen die „Frust-Urlauber“ aktiv werden. „Man sollte unbedingt Fotos machen, die die Mängel zeigen“, meint Steinseifer. „Außerdem ist es sinnvoll sich Adressen und Telefonnummern von Miturlaubern zu notieren, die ähnliche Probleme haben.“

Wichtig in diesem Fall: Die Mängel müssen dem Reiseveranstalter spätestens einen Monat nach der Rückkehr angezeigt werden. Sollte der Veranstalter nicht reagieren, hilft nur eine Klage. Und die muss spätestens innerhalb eines Jahres erfolgen.

Übrigens: Wer am Urlaubsort einfach das Hotel wechselt, ohne die Mängel anzuzeigen, bleibt meist auf den Mehrkosten sitzen. Steinseifer: „Aber: Wer das gemacht hat und nichts passiert, also die Zustände im Hotel unerträglich bleiben, hat tatsächlich Möglichkeiten, das Hotel zu wechseln.“

In den meisten Fällen gebe es selbst bei einer Klage nicht mehr als 50 Prozent des Reisepreises zurück. Dies, so der Rechtsexperte, sei eine Grenze, die die Gerichte gezogen haben.

Und in diesem Fall gibt es überhaupt kein Geld: „Wenn der Tischnachbar im Hotel schmatzt, ist das zwar ärgerlich, aber kein Reisemangel.“

Weitere Infos und Anfragen:

Mail: presse@fsr-rechtsanwaelte.de
Tel.: 03301. 5 01 85 96